Die Hochschule Worms setzt bei der Suche nach neuen Impulsen auf die Expertise der ITech Progress GmbH

Die Hochschule Worms setzt bei der Suche nach neuen Impulsen auf die Expertise der ITech Progress GmbH

Geschäftsführerin Frau Mahbouba Gharbi als Wirtschaftsvertreterin in den Beirat des Fachbereichs Informatik berufen

 

Die international angesehene Hochschule Worms mit ihren über 3 700 Studierenden sowie 80 Partnerhochschulen in mehr als 50 Ländern dieser Welt hat die diplomierte Ingenieurin und Software-architektin Frau Mahbouba Gharbi in das Beratungsgremium für die Studiengänge Angewandte Informatik und Mobile Computing berufen. Mahbouba Gharbi doziert regelmäßig an internationalen Hochschulen und hält zudem Vorträge auf renommierten Fachmessen.
Das Kerngeschäft ihres im Jahr 2004 gegründeten IT-Beratungsunternehmens ITech Progress GmbH liegt in der Beratung von namhaften Unternehmen aus den Bereichen des öffentlichen Dienstes, des Bankenwesens und der IT-Dienstleistung. Mit über 40 Mitarbeitern an den Standorten in Ludwigshafen am Rhein, Eschborn und Nürnberg bildet eine hauseigene Academy für Trainings und Workshops rund um das Thema Softwarearchitektur die perfekte Grundlage zur Wissensvermittlung.
Die Geschäftsführerin der ITech Progress GmbH wurde deswegen schon in der Vergangenheit zum Wissensaustausch nach Worms eingeladen. Somit lag es nahe, dass der Beirat auf der Suche nach einer erfolgreichen Wirtschaftsvertreterin sich an die Vorstandsvorsitzende des „International Software Architecture Qualification Board“ (Zusammenschluss von Fachexperten mit dem Ziel, die fachliche und inhaltliche Qualität von Lehre, Aus- und Weiterbildung für Softwarearchitektur sicherzustellen) wendet.
Mit der Berufung in das Beratungsgremium liegen die zukünftigen Aufgaben in der Weiterentwicklung des Fachbereiches und der Lehr- und Forschungsprogramme. „Insbesondere zur inhaltlichen Gestaltung der Lehrprogramme entsprechend den Erfordernissen der Arbeitswelt sowie der Attraktivität eines modernen Studienangebotes, ist die Expertise von Frau Gharbi sehr gefragt“, so Prof. Dr. Herbert Thielen (Prodekan des Fachbereichs Informatik, Hochschule Worms).

ITech Academy stellt 10 neue Trainings vor!

ITech Academy stellt 10 neue Trainings vor!

Neue Trainings in den Bereichen: Softwaremodellierung, Softwareentwicklung und Softwarearchitektur

Wenn Sie unsere ITech Academy bereits kennen, wissen sie bestimmt, dass Softwarearchitektur ein untrennbarer Teil unserer DNA und vor allem unsere Leidenschaft ist! Das spiegelt sich auch in unserem großen Angebot an iSAQB-akkreditierten Softwarearchitektur Trainings wider. Von den Grundlagen bis hin zu fortgeschrittenen Trainings sind alle relevanten und aktuellen Themen aus der Welt der Softwarearchitektur vertreten. Als IT-Beratungsunternehmen beraten wir unsere Kunden neben innovativen Architekturparadigmen wie Microservices und Cloud Architekturen seit über 17 Jahren auch in allen Phasen ihrer IT-Projekte, von der Konzeption über den Entwurf und die Implementierung bis hin zu Testing, Fertigstellung und Qualitätssicherung.

Wir als ITech Progress haben uns mit der ITech Academy einen Ort geschaffen, um genau diese langjährige Erfahrung in den Bereichen Softwaremodellierung, Softwareentwicklung und Softwarearchitektur in Form von theoretischem und praktischem Wissen weiterzugeben. Denn einer unserer Grundsätze lautet: Wissensmonopole sind für uns tabu!

Aus diesem Grund haben wir 10 neue Trainings und Workshops nach eigenem Lehrplan entwickelt, die jetzt ein Teil unseres Academy-Portfolios sind! In allen Trainings und Workshops steckt das Beste aus unserer Arbeit und Erfahrung mit komplexen Systemen, bewährten Tools, Technologien, Architekturen und den Best Practices der Softwareentwicklung und -architektur. Und all das: Immer auf dem neuesten Stand!

Das sind die neuen Trainings und Workshops:

Softwaremodellierung

Objektorientierter Softwareentwurf mit UML und Objektorientierung

Dieses 3-tägige Grund- und Aufbautraining richtet sich an alle Softwareentwickler:innen und –architekt:innen im objektorientierten Umfeld, die UML als effektives Entwurfs-, Planungs- und Kontrollinstrument einsetzen möchten.

Softwareentwicklung

SQL & DB Design (5 Tage inkl. Workshopzeit)

Java und OOP (5 Tage inkl. Workshopzeit)

html und CSS (3 Tage inkl. Workshopzeit)

JEE (3 Tage inkl. Workshopzeit)

Programmieren für Fortgeschrittene mit JAVA

Diese Trainings eignen sich ideal zur Mitarbeiterbefähigung, wenn in Ihrem Unternehmen beispielsweise noch Legacy-Systeme genutzt werden und der Umstieg auf zeitgemäße Technologien und Architekturen erfolgen soll.

Softwarearchitektur

Methodischer Fokus:

Enterprise Application Integration Patterns

In diesem 2-tägigen Training für Softwareentwickler:innen und -architekt:innen lernen sie Enterprise Application Integration (EAI) Patterns kennen, um Geschäftsfunktionen entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens, die über diverse Applikationen auf verschiedenen Plattformen verteilt sind, zu integrieren.

Design Patterns

In diesem 2-tägigen Training für Softwareentwickler:innen und -architekt:innen lernen sie das Konzept und den Sinn von Entwurfsmusstern kennen.  Wir geben Ihnen aus unserer jahrelangen Projekterfahrung eine Auswahl wichtiger Entwurfsmuster an die Hand und führen sie mithilfe verschiedener Methoden in die praktische Anwendung.

Technologischer Fokus:

Clean Code

In diesem Training lernen Sie die Werte, Regeln und Prinzipien kennen, auf denen die Handwerkskunst der Softwareentwicklung fußt und können damit dem Sprichwort „Wie der Meister, so das Werk“ folgend, sauberen, änderbaren, testbaren und objektorientierten Code entwickeln.

Kommunikativer Fokus:

Führungskräfteentwicklung

In diesem 2-tägigen branchenübergreifenden Training geben wir Führungskräften das Know How für situationsgerechte Kommunikation, Reflexion und Verantwortungsdelegation als aktive Bestandteile einer effektiven und erfolgreichen täglichen Arbeit mit. Teilnehmer:innen erlernen, die eigenen Rollen und Ziele zu definieren und darauf aufbauend Ihr Verhalten auszurichten.

So nehmen Sie an unseren neuen Trainings und Workshops teil

Vorläufig ist das neue Portfolio nur in Form von Inhouse-Trainings (auch remote) buchbar, aber wir freuen uns auf Ihre direkte Rückmeldung, wenn Interesse an offenen Terminen besteht! Kommen Sie hierfür gerne über die unten angegebenen Kontaktmöglichkeiten auf uns zu oder melden Sie sich für unseren monatlichen Newsletter an, um keine Termine und Neuigkeiten zu verpassen. Aus unserer Erfahrung heraus wissen wir, dass eine Lernatmosphäre außerhalb des eigenen Standortes eine echte Bereicherung für das Team sein kann, weshalb wir Ihnen an unseren Standorten in Ludwigshafen und Nürnberg gerne auch großflächige, modern ausgestattete Schulungsräume zur Verfügung stellen.

Sie haben Interesse an den neuen Trainings oder eine Frage?

Dann rufen Sie uns bitte unter +49 621 595702 41 an, schreiben Sie eine E-Mail an training@itech-progress.com oder schicken Sie uns über das Kontaktformular eine schriftliche Anfrage:

3 + 7 =

Woran erkennt man gute Zertifikate?

Woran erkennt man gute Zertifikate?

Ein Artikel von: Mahbouba Gharbi und Dr. Carola Lilienthal

Erschienen auf: https://www.isaqb.org/de/isaqb-blog/

Einleitung

Seit ca. fünfzehn Jahren lässt sich in der IT ein neuer Trend beobachten: Wir dürfen nicht mehr nur lebenslang lernen, sondern wir können Zertifikate dafür erwerben, dass wir unser Wissen erweitert haben. Zwei Worte in diesem letzten Satz sollten interessierte Leser:innen aufhorchen lassen: „erwerben“ und „Wissen“.

Für ein Zertifikat muss Geld bezahlt werden! Deshalb wollen wir uns als erstes die Frage stellen, ob man ein Zertifikat kaufen kann, ohne dass man sein Wissen substanziell erweitert hat. Wie sind die Zertifizierungsverfahren organisiert, um einen solchen Missbrauch zu verhindern?

Als zweites wenden wir uns der Frage zu, was Zertifikate prüfen bzw. prüfen können: theoretisches Wissen – also alles, was man aus Büchern lernen kann – oder echte praktische Erfahrung, die über die Jahre wächst und sich verändert. Sollten Zertifikate vielleicht sogar ein Verfallsdatum haben? Gibt es Zertifikate, die prüfen, ob ich mein einmal zertifiziertes Wissen und meine Erfahrung beibehalte oder erweitere? Mit welchen Versprechen werden Zertifikate beworben und was ist von diesen Versprechen zu halten?

Zertifizierungsverfahren

Das Angebot an Zertifikaten ist vielfältig, trotzdem liegt den meisten Zertifikaten und Zertifizierungsverfahren ein ähnlicher Prozess mit einigen vergleichbaren Varianten zugrunde. In Abbildung 1 ist das grundsätzliche Muster für Zertifizierungsverfahren dargestellt.

Will ein Schulungsanbieter zu einem Zertifikat eine Schulung anbieten, so muss er zuerst überprüfen, ob er in der Lage ist, die im Lehrplan enthaltenen Themen zu vermitteln (Schritt 1 in Abbildung 1). Ist dies der Fall, so muss sich der Schulungsanbieter von dem für dieses Zertifikat zuständigen Board lizensieren lassen (Schritt 2). Mit dem entsprechenden Lizenzvertrag stellt das Board sicher, dass der Schulungsanbieter den Lehrplan des Boards umsetzt und seine Schulungsunterlagen ggf. durch das Board qualitätssichern lässt. Ist man als zukünftiger Prüfling auf der Suche nach einem Schulungsanbieter für ein Zertifikat, so sollte man stets kontrollieren, ob der Schulungsanbieter die entsprechende Lizenz tatsächlich besitzt.

Hat der Prüfling den für sich passenden Schulungsanbieter gefunden, so meldet er sich dort für die entsprechende Schulung an und entrichtet die Schulungsgebühr (Schritt 3+4). Möchte der Prüfling die Prüfung direkt im Anschluss an die Schulung machen, so meldet ihn der Schulungsanbieter kurz vor oder auch während der Schulung bei einer Zertifizierungsstelle für die Prüfung an (Schritt 5). Zertifizierungsstellen werden vom für das Zertifikat zuständigen Board für die Prüfung autorisiert. Der Pool von Fragen, aus dem die Zertifizierungsstelle jeweils die Prüfungsbögen zusammenstellt, wird von dem gleichen unabhängigen Board ausgearbeitet, das auch den Lehrplan für die Schulung festgelegt hat.

Die meisten Schulungen sind so organisiert, dass im Anschluss an eine mehrtägige Schulung (Schritt 6) direkt die Prüfung abgelegt werden kann. Dazu wird von der Zertifizierungsstelle eine unabhängige fachfremde Prüferin oder ein unabhängiger fachfremder Prüfer bestellt, die oder der die Prüfung vor Ort durchführt. Die Prüfung wird von einer fachfremden Prüferin bzw. einem fachfremden Prüfer abgenommen, damit auf jeden Fall verhindert wird, dass den Prüflingen bei der Prüfung geholfen werden kann.

Die Zertifizierungsstelle erhält für diese Dienstleistung vom Prüfling eine Prüfungsgebühr (Schritt 7). Der oder die Prüfer:in lässt die Prüflinge einen Multiple-Choice-Test ausfüllen (Schritt 9) – entweder digital oder in Papierform. Die Tests in Papierform hat er bzw. sie von der zuständigen Zertifizierungsstelle bekommen (Schritt 8). Im Anschluss an die Prüfung werden die digitalen Tests direkt von der Zertifizierungsstelle ausgewertet (Schritt 11) und das Ergebnis bekannt gegeben (Schritt 12). Falls Prüfungsbögen in Papierform verwendet werden, schickt der oder die Prüfer:in die ausgefüllten Prüfungsbögen zurück an die Zertifizierungsstelle (Schritt 10). Dort werden die Antworten ausgewertet und die Anzahl der richtigen Antworten festgestellt (Schritt 11). Im Anschluss wird der Prüfling per E‑Mail über das Ergebnis informiert. Hat der Prüfling genug richtige Antworten gegeben, erhält er sein Zertifikat (Schritt 13).

Abbildung 1: Zertifizierungsverfahren aus Sicht des Prüflings [DST]

Dieser auf den ersten Blick für den Prüfling relativ komplizierte Prozess wurde geschaffen, um der in der Einleitung präsentierten Gefahr entgegenzuwirken, dass man Zertifikate einfach kaufen kann.

Gute Zertifikate zeichnen sich dadurch aus, dass die Definition der Inhalte, die Schulung und die Prüfung von verschiedenen voneinander unabhängigen Institutionen verantwortet werden (s. Abbildung 2).

Abbildung 2: Aufgabenteilung [DST]

Zu diesem vollumfänglichen Zertifizierungsverfahren gibt es verschiedene Varianten für einzelne Teilprozesse:

  1. Vorbereitung ohne Schulung (s. Abbildung 3)
  2. Remote-Prüfung (s. Abbildung 4)
  3. Öffentliche Prüfung
  4. Prüfung im Testcenter

Will ein Prüfling ohne eine Vorbereitung durch einen Schulungsanbieter die Prüfung für ein Zertifikat ablegen, so ist die Prüfungsgebühr bei den meisten Zertifikaten etwas höher (Schritt 5 in Abbildung 3). Zu den meisten Zertifikaten werden Bücher angeboten, die das Selbststudium erleichtern (Schritt 6 in Abbildung 3).

Abbildung 3: Vorbereitung ohne Schulung [DST]

Für die Prüfung hat der Prüfling die drei oben aufgeführten Alternativen.

Seit der Coronapandemie werden viele Schulungen remote und damit ortsunabhängig angeboten, sodass eine Remote-Prüfung der logische Schritt ist. Deshalb wird inzwischen bei vielen Zertifikaten eine Remote-Prüfung angeboten. Die Prüfung wird vom Prüfling remote durchgeführt und von einem oder einer Prüfer:in überwacht, der bzw. die sich auf den Rechner des Prüflings aufschaltet und ihn mit der Kamera beobachtet. So entfällt für alle Beteiligten die Notwendigkeit zu reisen. Verfahren, bei denen die Online-Prüfung ohne Aufsicht abgelegt werden kann, laden im Gegensatz dazu zum Missbrauch ein.

Abbildung 4: Remote-Prüfung [DST]

Außerdem gibt es bei einigen Zertifizierungsverfahren die Möglichkeit, dass der Prüfling eine öffentliche Prüfung oder ein Testcenter besucht, wo er seine Prüfung unter persönlicher Aufsicht ablegt.

Für unsere erste Frage stellen wir also zusammenfassend fest: Bei Verfahren, die dem hier vorgestellten Ablauf mit einer Trennung der Verantwortlichkeiten folgen und bei denen die Prüfung unter Aufsicht abgelegt wird, ist sichergestellt, dass man das Zertifikat nicht kaufen kann.

Wissen oder Erfahrung?

Was ist aber mit dem zweiten Thema? Was überprüfen Zertifikate? Theoretisches Wissen oder praktische Erfahrung? Nun, diese Frage hängt tatsächlich von der Art des Zertifikats ab!

Alle Zertifikate, die lediglich aus einem Multiple-Choice-Test bestehen, fragen nur theoretisches Wissen ab. Natürlich versuchen die Boards Prüfungsfragen zu ersinnen, die nur mit praktischer Erfahrung zu beantworten sind, aber im Multiple-Choice-Schema ist das sehr schwierig.

Die Zertifikate, die in diese Kategorie fallen, haben in der Regel den Zusatz „Foundation Level“. Der Foundation Level wird von den Anbietern ausdrücklich als Basis-Zertifikat beworben [FGG10]. Der Prüfling beherrscht anschließend die Grundbegriffe eines Gebiets. Diese Grundbegriffe kann man lernen und sich ihren Sinn erklären lassen. Nach der Prüfung bzw. der Schulung spricht der Prüfling die Sprache dieses Gebiets.

Die Zertifikate, die auf dem „Foundation Level“ aufbauen, gehen in der Regel über einen reinen Multiple-Choice-Test hinaus. Diese Zertifikate tragen oft den Zusatz „Advanced Level“, manchmal auch „Professional“ oder „Master“. Für diese weiterführenden Zertifikate muss man auf irgendeine Weise praktische Erfahrung nachweisen.

Bei einigen Zertifikaten muss man Testimonials von Arbeitgebern für Projekte vorweisen, die zum Thema des Zertifikats passen: z. B. 18 Monate Testaufgaben in Projekten oder 18 Monate Projektleitung bzw. Teilprojektleitung.

Bei einigen anderen weiterführenden Zertifikaten gehört zur Prüfungsleistung zusätzlich zum Multiple-Choice-Test eine mündliche Prüfung. In manchen Fällen wird außerdem keine Schulung im herkömmlichen Sinne abgehalten, sondern es wird versucht, eine Art Projektsituation zu simulieren, in der die Teilnehmenden im jeweiligen Gebiet zusammenarbeiten.

Dann haben einige Zertifikate noch die unangenehme Eigenschaft, dass sie regelmäßig alle drei oder fünf Jahre erneuert werden müssen. Entweder muss die Prüfung erneut durchgeführt werden oder die Prüflinge müssen Credit Points sammeln, die bestimmte Aktivitäten im zertifizierten Bereich nachweisen: Konferenzbesuche, Vorträge, Vorlesungen, Artikelveröffentlichungen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Erfahrung der Prüflinge nicht veraltet.

Was die Frage nach dem Wissen und den Erfahrungen angeht, so halten wir fest: das Basiszertifikat, der Foundation Level, entspricht einer theoretischen Führerscheinprüfung. Die Theorie, also die Begriffsbildung und die Regeln, werden beherrscht, praktische Erfahrung liegt aber nicht vor. Insofern sollte man die Basiszertifikate immer als das betrachten, was sie sind: Theoretisches Wissen, das man erwerben muss, um die Aufbauzertifikate ablegen zu können.

Fazit

Falls Sie nach einer Weiterbildung mit Zertifikat suchen, so planen Sie je nach Ihrem aktuellen Wissensstand ein Basiszertifikat und entsprechende Aufbauzertifikate ein. Nur die Aufbauzertifikate sind wirklich in der Lage, Ihnen praktische Erfahrung zu attestieren.

Darüber hinaus sollten Sie auf eine Prüfung mit Aufsicht bestehen und nur Zertifikate wählen, bei denen die Verantwortung für Inhalte, Schulung und Prüfung klar getrennt ist.

Außerdem sollten Sie sich bei der Recherche nach dem passenden Schulungsanbieter nicht von hübschen Broschüren und Äußerlichkeiten täuschen lassen. Versuchen Sie sich ein Bild zu machen, ob die Ihnen angebotenen Schulungsleiter den Hauptteil Ihrer Zeit in Projekten in der Praxis verbringen – also ihr Geld nur gelegentlich mit Schulungen verdienen. Haben Sie einen solchen Schulungsanbieter gefunden, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass Sie nicht nur mit einem Zertifikat, sondern tatsächlich mit praxistauglichen Ratschlägen aus der Schulung zurückkehren.

Wir hoffen, dass Sie, mit diesem Wissen ausgestattet, in der Lage sind, die Qualität der am Markt angebotenen Zertifikate einzuschätzen und die für sich passende Weiterbildung zu identifizieren.

[FGG10] Fahl, W.; Ghadir, P.; Gharbi, M.: Vom Sinn und Unsinn einer Zertifizierung für Softwarearchitekten – CPSA‑F: Ein gemeinsamer Nenner für Softwarearchitekten; Sonderdruck OBJEKTspektrum 11/2010

[DST] Bei den Prozessmodellen handelt es sich um Domainstories: www.domainstorytelling.org

Anpassungsfähigkeit bei Softwarearchitekten

Anpassungsfähigkeit bei Softwarearchitekten

Axel Feix spricht im Interview darüber, was Anpassungsfähigkeit für ihn als Softwarearchitekten bedeutet, warum sie für den Projekterfolg so wichtig ist und welcher Druck damit auch verbunden sein kann.

Axel Feix hat langjährige Projekterfahrung als Analyst und Softwarearchitekt. Er unterstützt Kunden als Senior Consultant und Trainer bei der Einführung und Umsetzung von Software-Engineering, Requirements-Engineering, Softwarearchitektur-Management und Architekturdokumentation. Er interessiert sich für was fliegt, alles was man visualisieren und spielen kann, und was die Welt zusammenhält.

Was bedeutet es für dich als Softwarearchitekt anpassungsfähig zu sein?

Feix: Nachdem die Definitionsphase im Projekt abgeschlossen ist und feststeht, wie die Softwarearchitektur grundsätzlich aussehen soll, sind die Leitplanken für den Softwarearchitekten vorgegeben. Wenn die Entscheidung auf eine Web-Anwendung gefallen ist, dann wird daraus keine Embedded-Anwendung mehr. Die Softwarearchitektur muss in dem festgelegten Rahmen aber trotzdem verhandelbar bleiben, ohne dabei den Blick auf das Endprodukt zu verlieren. Welches Framework wird in welcher Version verwendet? Welche API wird eingesetzt? Das sind Fragen, über die noch diskutiert werden kann und muss.

Als Softwarearchitekt finde ich es wichtig, mir darüber im Klaren zu sein, dass ich nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen habe. Lösungen werden nicht nur fachlich, sondern auch technisch im Team entschieden und das heißt, sich auf gute Argumente einzulassen und aufgeschlossen zu sein. Wenn ein Entwickler oder eine Entwicklerin etwas Cleveres auf die Beine gestellt hat, dann sollte das innerhalb der Leitplanken auch umgesetzt werden. Nur so entsteht am Ende eine gute und vor allem langlebige Softwarearchitektur.

Warum ist die Anpassungsfähigkeit für einen Softwarearchitekten so wichtig?

Feix: Anpassungsfähigkeit für mich als Softwarearchitekt ist wichtig, weil heutzutage alles agil entwickelt wird. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Dinge wichtig werden, an die anfangs nicht gedacht wurde oder die keinen hohen Stellenwert hatten. Da denke ich zum Beispiel an die neuen Anforderungen, die es seit der Pandemie in Bezug auf Behörden gibt. Diverse Angelegenheiten, die Bürgerinnen und Bürger immer vor Ort geregelt haben, müssen jetzt auch auf den mobilen Endgeräten funktionieren.

Der technische Wandel ist schnell. Es heißt, etwa alle zwei Jahre werden die alten Technologien durch neue Technologien ersetzt und das Know-how bedarf einer Auffrischung. Wer sich bemüht, immer vorne auf der Buchwelle mitzuschwimmen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, der kann auch anpassungsfähig auf den technischen Wandel reagieren. Neu ist aber nicht immer besser. Anhand von Erfahrungswerten sollte kritisch hinterfragt werden, ob und wie neue Technologien zum eigenen Vorhaben passen und wie sie gewinnbringend eingesetzt werden können. Was heute gehypt wird, kann in wenigen Jahren schon wieder von der Bildfläche verschwinden.

Deshalb müssen Softwaresysteme von Anfang an anpassungsfähig gebaut werden, aber auch als Softwarearchitekt sollte ich mich auf neue Entwicklungen einlassen. Anpassungsfähigkeit ist ein lebenslanger Lernprozess.

In welchen Phasen des Projekts oder in welchen Situationen braucht ein Softwarearchitekt besonders viel Anpassungsfähigkeit?

Feix: Als Softwarearchitekt brauche ich zu Beginn des Projekts besonders viel Anpassungsfähigkeit, bis die Softwarearchitektur durch das Board genehmigt ist. Im Board gibt es viele Stakeholder und alle Interessen sollten angemessen berücksichtigt oder wegdiskutiert werden. Wenn die Softwarearchitektur dann auf die Projektwirklichkeit trifft und das umgesetzt werden soll, was konzipiert wurde, dann müssen die nicht-funktionalen Anforderungen wie Barrierefreiheit, Skalierbarkeit und IT-Sicherheit bedacht werden. Dazu sind eine Reihe von Workshops notwendig, um die Entwicklungsteams auf ihre Aufgaben vorzubereiten und für die Herausforderungen zu sensibilisieren. Gute Ideen vonseiten des Teams sollten in die Detaillierung der Softwarearchitektur einfließen und in der Architekturdokumentation dokumentiert werden. Außerdem kann es Überraschungen organisatorischer Art geben, weil ein Framework oder eine API nicht mehr verfügbar ist, auf die man gesetzt hat. Oder Vertragspartner wurden gewechselt, sodass mit neuen Datenbanken und Produkten gearbeitet werden muss.

Wann herrscht ein ‚zu viel‘ an Anpassungsfähigkeit und wie lässt sich dieses Problem in der Praxis vermeiden?

Feix: Ein „zu viel“ an Anpassungsfähigkeit in der Softwarearchitektur herrscht dann, wenn es keine klaren Strukturen und Verantwortlichkeiten mehr gibt. Wenn es mehrere APIs gibt, die das Gleiche tun, nur an anderen Stellen in der Softwarearchitektur. Das verschlammt die ganze Struktur. Bei Problemen sollte der Softwarearchitekt meiner Meinung nach immer auf das Team zurückgreifen. Er ist bestenfalls Teil eines Querschnittteams oder einer Community of Practice (COP) mit den wichtigsten Vertretern aus Entwicklung, UX-Design, Test und so weiter. Insbesondere die Lead Entwickler spielen eine wichtige Rolle. Die Softwarearchitektur sollte vorgestellt werden, sodass das Team Feedback geben kann und Kompromisse gefunden werden, die die Entwickler und den Architekten zufriedenstellen. Dabei kann dann auch mal klassisch über Optionen abgestimmt werden. Auch hier ist wichtig: Immer im Rahmen der Leitplanken und das vereinbarte Endprodukt nicht vergessen!

Ich finde es generell wichtig, dass man sich auf eine gemeinsame Softwarearchitektur einschwört und das Architekturmanagement im Team am Leben erhält. Wenn dann mal neue Leute dazukommen, lassen sich schnell mithilfe des Teams und der Architekturdokumentation alle auf den gleichen Wissensstand bringen. So gibt es nicht nur einen gemeinsamen Code, sondern auch eine gemeinsame Softwarearchitektur. Wenn ich als Entwicklungsteam an der Entstehung und der Entwicklung von etwas beteiligt bin, kann ich mich auch besser daranhalten.

Die Welt verändert sich immer schneller. Verspüren Softwarearchitekten einen Druck anpassungsfähig zu sein und wenn ja, ist dieser über die letzten Jahre gewachsen?

Feix: Ich glaube, dass der Druck gewachsen ist, weil das IT-Management gerne sagt, dass Softwarearchitekten nur im ersten Teil eines Projekts notwendig sind. Wenn die Softwarearchitektur erst mal steht, haben sie nichts mehr zu tun, aber das stimmt natürlich nicht. Bis das Projekt live geht, gibt es ständig neue Anpassungen, die Prüfungsbedarf haben. Neben Frameworks, die evaluiert und Architekturentscheidungen, die getroffen werden müssen, achtet der Softwarearchitekt im Sprint darauf, dass nicht nur fachliche, sondern auch technische Anforderungen umgesetzt werden. Gerade das Refactoring ist wichtig, damit eine Softwarearchitektur klar bleibt und nicht versumpft. Mit jedem Sprint lagert sich ein kleines bisschen Bodensatz an, der aus neuen Anforderungen und neuen Funktionalitäten besteht. Der Softwarearchitekt schöpft diesen Bodensatz ab, damit neue Anforderungen umgesetzt werden können. Neue Anforderungen vom Fachteam müssen zusammen mit dem PO und dem Entwicklungsteam natürlich auch auf Umsetzbarkeit und notwendige Änderungen an der Architektur geprüft werden.

Bei all diesen Aufgaben ist es von großem Vorteil, als Softwarearchitekt anpassungsfähig zu sein, um verschiedene Rollen einnehmen zu können. Für das Team ist es beispielsweise wichtig, den Softwarearchitekten als starken Fürsprecher zu haben, wenn es um technische Schulden geht und der dann auch vor der Projektleitung dafür eintritt, die Softwarearchitektur sauber zu halten.

 

Vielen Dank an Axel Feix für dieses Interview.

 

Was sagen Sie zum Thema Anpassungsfähigkeit bei Softwarearchitekt:innen?

Wie würden Sie auf die Fragen antworten? Wir freuen uns auf den Austausch in den Kommentaren!

Soft Skills in der IT: Feedback und Konfliktfähigkeit in agilen Teams

Soft Skills in der IT: Feedback und Konfliktfähigkeit in agilen Teams

Softwareentwicklung in agilen Teams stellt hohe Anforderungen an jedes einzelne Teammitglied. Während den fachlichen und technischen Skills für gewöhnlich die höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird, fallen die Soft Skills naturgemäß mit schöner Regelmäßigkeit unter den Tisch. Das ist gleich aus mehreren Gründen paradox: Scrum dient nicht in erster Linie der Verwaltung von Tasks und deren termingerechter Umsetzung, sondern der Organisation des Teams, das mit der Umsetzung betraut ist. Das bringt zwangsläufig den Faktor „Mensch“ ins Spiel.

Im „Daily Scrum“ bleiben oft nicht mehr als fünfzehn Minuten, um die Befindlichkeit der Kollegen, schwelende Konflikte und Unstimmigkeiten im Team zu erfassen. Wer hier nicht eine gehörige Portion Empathie mitbringt, kann schnell mit Problemen konfrontiert werden. Zusammenarbeit ermöglicht erst wahre Teamfähigkeit und dazu gehören zielgerichtetes Feedback sowie Konfliktfähigkeit. Das sind die Themen für diesen zweiten Artikel aus unserer Soft Skills Reihe. Im ersten Teil ging es um Best Practices in der Kommunikation und Gesprächsführung.

Der Ursprung aller Konflikte zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine, und dass ich nicht tue, was ich sage.

Martin Buber

Die Fähigkeit, sich einer Gruppe anderer Menschen nicht nur anzuschließen, sondern auch, sich in angemessenem Umfang in eine Gruppe einzuordnen, ist von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Dabei geht es darum, mit anderen Teammitgliedern und Stakeholdern zusammen sozial zu agieren und sich und sein Können im Sinne einer Gruppenaufgabe optimal einzubringen, egal ob Sie Softwarearchitekt:in, Entwickler:in, Scrum Master, Manager oder Product Owner (alle Geschlechter) sind. Eine Kultur der Zusammenarbeit sollte gefördert werden, in der fachliche und persönliche Auseinandersetzungen konstruktiv möglich sind.

Reflektion fördert erfolgreiche Zusammenarbeit

Zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit gehört es seinem Gegenüber ein offenes und ehrliches Feedback zu geben. Feedback ist ein wichtiger, entscheidender Teil der Kommunikation. Außerdem ist es wichtig, zwischen der Person und ihrer Rolle zu unterscheiden. Dadurch fühlt der Angesprochene sich nicht persönlich verletzt, sondern realisiert durch eine Reflexion, dass nicht er persönlich angegriffen wird, sondern die Rolle, die er gerade innehat.

Durch Feedback fördert man die Reflexion aus sich selbst und der Gruppe und verbessert so die Zusammenarbeit im Team. Man selbst teilt einem anderen mit, wie man ihn sieht und wie man ihn versteht. Feedback stellt aber auch einen Lernprozess dar. Durch das Feedback kann man selbst lernen und verstehen, wie andere einen wahrnehmen, wie man auf sie wirkt. Es ist somit zu unterscheiden zwischen Feedback geben und Feedback erhalten. Bei beiden Feedbackarten sind Regeln zu berücksichtigen.

Wie Sie richtig Feedback geben – und Feedback nehmen

Beim Feedback geben ist zunächst einmal zu festzustellen, ob das Feedback überhaupt erwünscht ist. Ist dies der Fall, dann sollte der Feedback-Nehmer bei den getroffenen Aussagen wertgeschätzt werden und die eigenen Empfindungen sollten als „Ich-Botschaft“ z. B. mit „Ich habe gesehen, dass…“ ausgedrückt werden. Hierbei gilt es zu beachten, niemals persönlich oder beleidigend zu werden und Verbesserungsvorschläge sowie Alternativen zum Verhalten des Feedbacknehmers anzubieten, die sich auch tatsächlich umsetzen lassen.

Der Feedbacknehmer muss sich im Vorfeld auch über einige Prinzipien bewusst sein. Er muss sich im Klaren sein, ob er für ein Feedback bereit ist. Ist dies der Fall, dann sollte er dem Feedback-Geber in aller Ruhe zuhören und ihm nicht ins Wort fallen. Lediglich Verständnisfragen sind erlaubt. Außerdem ist die Bereitschaft erforderlich, sich über das Gehörte Gedanken zu machen und danach zu entscheiden, was davon zukünftig im eigenen Verhalten umgesetzt werden soll. Als Feedbacknehmer sollte man auch immer seine Dankbarkeit dem Gesprächspartner gegenüber zum Ausdruck bringen.

Kühlen Kopf bewahren mit guter Konfliktfähigkeit

Konfliktfähigkeit – das heißt der Mut, Konflikte auszutragen, statt ihnen aus dem Weg zu gehen, und die Fähigkeit, sie zu einer tragfähigen Lösung zu führen. Sie sind als Softwarearchitekt:in, Teil des Entwicklungsteams oder Stakeholder in IT-Projekten aufeinander angewiesen und Ihre Soft Skills zur Konfliktlösung werden täglich gefordert. Dabei ist es wichtig, die eigene Wahrnehmung nicht als die alleinige „richtige“ Wahrheit anzusehen.

Die Einschränkung einer differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit ist ein typisches Kennzeichen von eskalierenden Konflikten. Deshalb ist es notwendig, die eigene Wahrnehmung und damit auch verbunden die Interpretation der Ereignisse nicht absolut zu setzen, sondern einer Überprüfung und Korrektur zu unterwerfen und damit auch die eigenen Anteile am Konflikt zu erkennen. Die Bereitschaft hierfür ist bereits ein wichtiger Schritt zur Anerkennung von Rechten der anderen Konfliktpartei. Zusätzlich sollte die Lösung des Konflikts sich an den Interessen aller Beteiligten und allen Betroffenen orientieren. Es sollten Vorteile für möglichst alle Parteien geschaffen werde und großen Wert auf eine rationale Konfliktaustragung ohne Kontrollverlust gelegt werden. Außerdem ist es ratsam, eine dritte Partei mit einzubeziehen, wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten und kein Fortschritt erkennbar ist.

Doch mit kühlem Kopf und guter Konfliktfähigkeit werden sie diese täglichen Herausforderungen meistern, denn wie schon der französischer Moralist Joseph Joubert sagte: „Das Ziel eines Konflikts oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.“

Was ist Ihre Meinung?

Welche weiteren Praxis-Tipps haben Sie zum Thema Feedback und Konfliktfähigkeit? Welches Thema darf auf keinen Fall in unserer Soft Skills Reihe fehlen? Schreiben Sie es gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch!

Sie möchten Ihre Soft Skills auf ein neues Level bringen?

Dann empfehlen wir Ihnen unser 3-tägiges Training ‚Soft Skills für Softwarearchitekten (SOFT)‘. Wenn Sie die Zertifizierung zum Certified Professional for Software Architecture-Advanced Level (CPSA-A ®) anstreben, erhalten Sie mit diesem Soft Skills Training 30 Credit Points im Kompetenzbereich Kommunikation. Zum Soft Skills Training