Softwarearchitektur im KI-Zeitalter: Technologie trifft Soft Skills

Softwarearchitektur im KI-Zeitalter: Technologie trifft Soft Skills

Softwarearchitektur im KI-Zeitalter: Technologie trifft Soft Skills

Diese Blogreihe gehört auf Ihre Leseliste!

Verliert der Mensch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz seine Rolle als Entscheidungsträger? Nein, ganz im Gegenteil: Gerade jetzt gewinnen Soft Skills wie Klarheit, Kommunikation und fundierte Urteilskraft an Bedeutung, denn KI mag Daten verarbeiten, doch echte Urteilsfähigkeit bleibt menschlich. In dieser Blogserie erfahren Sie, warum diese Fähigkeiten für Architekten unverzichtbar sind und wie Sie sie gezielt stärken können, um auch künftig erfolgreich zu bleiben. Nach der Lektüre wissen Sie genau, welche Soft Skills Sie fördern sollten, um im Zusammenspiel mit KI-Systemen zu glänzen. Kein Algorithmus kann den Smalltalk beim Teammeeting ersetzen, denn gerade dort zeigen sich Menschlichkeit, Gespür und echte Verbindung, die unser stärkstes Erfolgsrezept bleiben.

Diese Beiträge erwarten Sie hierzu:

WARUM SOFT SKILLS IM KI-ZEITALTER AN BEDEUTUNG GEWINNEN

Im KI-Zeitalter entscheiden nicht nur Algorithmen über den Erfolg von Projekten. Welche Soft Skills für AI Leadership und Softwarearchitekten jetzt zu echten Future Skills werden.

KLARHEIT IM KI-ZEITALTER: WARUM PRÄZISE KOMMUNIKATION ENTSCHEIDEND WIRD

Wenn KI mehr Aufgaben übernimmt, wird eines noch wichtiger: klare Kommunikation. Warum präzise Botschaften im KI-Zeitalter zur entscheidenden Schlüsselkompetenz werden.

KI TRIFFT KOMMUNIKATION: WARUM MENSCHLICHE URTEILSKRAFT UNVERZICHTBAR BLEIBT

KI kann viel – aber gute Architektur entsteht im Dialog. Warum Kommunikation, Empathie und menschliche Urteilskraft für Softwarearchitekten wichtiger sind denn je.

Soft Skills in der IT: Feedback und Konfliktfähigkeit in agilen Teams

Soft Skills in der IT: Feedback und Konfliktfähigkeit in agilen Teams

Softwareentwicklung in agilen Teams stellt hohe Anforderungen an jedes einzelne Teammitglied. Während den fachlichen und technischen Skills für gewöhnlich die höchste Aufmerksamkeit gewidmet wird, fallen die Soft Skills naturgemäß mit schöner Regelmäßigkeit unter den Tisch. Das ist gleich aus mehreren Gründen paradox: Scrum dient nicht in erster Linie der Verwaltung von Tasks und deren termingerechter Umsetzung, sondern der Organisation des Teams, das mit der Umsetzung betraut ist. Das bringt zwangsläufig den Faktor „Mensch“ ins Spiel.

Im „Daily Scrum“ bleiben oft nicht mehr als fünfzehn Minuten, um die Befindlichkeit der Kollegen, schwelende Konflikte und Unstimmigkeiten im Team zu erfassen. Wer hier nicht eine gehörige Portion Empathie mitbringt, kann schnell mit Problemen konfrontiert werden. Zusammenarbeit ermöglicht erst wahre Teamfähigkeit und dazu gehören zielgerichtetes Feedback sowie Konfliktfähigkeit. Das sind die Themen für diesen zweiten Artikel aus unserer Soft Skills Reihe. Im ersten Teil ging es um Best Practices in der Kommunikation und Gesprächsführung.

Der Ursprung aller Konflikte zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, dass ich nicht sage, was ich meine, und dass ich nicht tue, was ich sage.

Martin Buber

Die Fähigkeit, sich einer Gruppe anderer Menschen nicht nur anzuschließen, sondern auch, sich in angemessenem Umfang in eine Gruppe einzuordnen, ist von zentraler Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Dabei geht es darum, mit anderen Teammitgliedern und Stakeholdern zusammen sozial zu agieren und sich und sein Können im Sinne einer Gruppenaufgabe optimal einzubringen, egal ob Sie Softwarearchitekt:in, Entwickler:in, Scrum Master, Manager oder Product Owner (alle Geschlechter) sind. Eine Kultur der Zusammenarbeit sollte gefördert werden, in der fachliche und persönliche Auseinandersetzungen konstruktiv möglich sind.

Reflektion fördert erfolgreiche Zusammenarbeit

Zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit gehört es seinem Gegenüber ein offenes und ehrliches Feedback zu geben. Feedback ist ein wichtiger, entscheidender Teil der Kommunikation. Außerdem ist es wichtig, zwischen der Person und ihrer Rolle zu unterscheiden. Dadurch fühlt der Angesprochene sich nicht persönlich verletzt, sondern realisiert durch eine Reflexion, dass nicht er persönlich angegriffen wird, sondern die Rolle, die er gerade innehat.

Durch Feedback fördert man die Reflexion aus sich selbst und der Gruppe und verbessert so die Zusammenarbeit im Team. Man selbst teilt einem anderen mit, wie man ihn sieht und wie man ihn versteht. Feedback stellt aber auch einen Lernprozess dar. Durch das Feedback kann man selbst lernen und verstehen, wie andere einen wahrnehmen, wie man auf sie wirkt. Es ist somit zu unterscheiden zwischen Feedback geben und Feedback erhalten. Bei beiden Feedbackarten sind Regeln zu berücksichtigen.

Wie Sie richtig Feedback geben – und Feedback nehmen

Beim Feedback geben ist zunächst einmal zu festzustellen, ob das Feedback überhaupt erwünscht ist. Ist dies der Fall, dann sollte der Feedback-Nehmer bei den getroffenen Aussagen wertgeschätzt werden und die eigenen Empfindungen sollten als „Ich-Botschaft“ z. B. mit „Ich habe gesehen, dass…“ ausgedrückt werden. Hierbei gilt es zu beachten, niemals persönlich oder beleidigend zu werden und Verbesserungsvorschläge sowie Alternativen zum Verhalten des Feedbacknehmers anzubieten, die sich auch tatsächlich umsetzen lassen.

Der Feedbacknehmer muss sich im Vorfeld auch über einige Prinzipien bewusst sein. Er muss sich im Klaren sein, ob er für ein Feedback bereit ist. Ist dies der Fall, dann sollte er dem Feedback-Geber in aller Ruhe zuhören und ihm nicht ins Wort fallen. Lediglich Verständnisfragen sind erlaubt. Außerdem ist die Bereitschaft erforderlich, sich über das Gehörte Gedanken zu machen und danach zu entscheiden, was davon zukünftig im eigenen Verhalten umgesetzt werden soll. Als Feedbacknehmer sollte man auch immer seine Dankbarkeit dem Gesprächspartner gegenüber zum Ausdruck bringen.

Kühlen Kopf bewahren mit guter Konfliktfähigkeit

Konfliktfähigkeit – das heißt der Mut, Konflikte auszutragen, statt ihnen aus dem Weg zu gehen, und die Fähigkeit, sie zu einer tragfähigen Lösung zu führen. Sie sind als Softwarearchitekt:in, Teil des Entwicklungsteams oder Stakeholder in IT-Projekten aufeinander angewiesen und Ihre Soft Skills zur Konfliktlösung werden täglich gefordert. Dabei ist es wichtig, die eigene Wahrnehmung nicht als die alleinige „richtige“ Wahrheit anzusehen.

Die Einschränkung einer differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit ist ein typisches Kennzeichen von eskalierenden Konflikten. Deshalb ist es notwendig, die eigene Wahrnehmung und damit auch verbunden die Interpretation der Ereignisse nicht absolut zu setzen, sondern einer Überprüfung und Korrektur zu unterwerfen und damit auch die eigenen Anteile am Konflikt zu erkennen. Die Bereitschaft hierfür ist bereits ein wichtiger Schritt zur Anerkennung von Rechten der anderen Konfliktpartei. Zusätzlich sollte die Lösung des Konflikts sich an den Interessen aller Beteiligten und allen Betroffenen orientieren. Es sollten Vorteile für möglichst alle Parteien geschaffen werde und großen Wert auf eine rationale Konfliktaustragung ohne Kontrollverlust gelegt werden. Außerdem ist es ratsam, eine dritte Partei mit einzubeziehen, wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten und kein Fortschritt erkennbar ist.

Doch mit kühlem Kopf und guter Konfliktfähigkeit werden sie diese täglichen Herausforderungen meistern, denn wie schon der französischer Moralist Joseph Joubert sagte: „Das Ziel eines Konflikts oder einer Auseinandersetzung soll nicht der Sieg, sondern der Fortschritt sein.“

Was ist Ihre Meinung?

Welche weiteren Praxis-Tipps haben Sie zum Thema Feedback und Konfliktfähigkeit? Welches Thema darf auf keinen Fall in unserer Soft Skills Reihe fehlen? Schreiben Sie es gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch!

Sie möchten Ihre Soft Skills auf ein neues Level bringen?

Dann empfehlen wir Ihnen unser 3-tägiges Training ‚Soft Skills für Softwarearchitekten (SOFT)‘. Wenn Sie die Zertifizierung zum Certified Professional for Software Architecture-Advanced Level (CPSA-A ®) anstreben, erhalten Sie mit diesem Soft Skills Training 30 Credit Points im Kompetenzbereich Kommunikation. Zum Soft Skills Training

Soft Skills in der IT: Jeder hat sie, fast keiner schöpft ihr volles Potenzial aus

Soft Skills in der IT: Jeder hat sie, fast keiner schöpft ihr volles Potenzial aus

Neben den Hard Skills, also dem fachlichen Know-how, sind auch die richtigen Soft Skills eine wichtige Fähigkeit am Arbeitsplatz. Gerade im Projektmanagement sind “weiche” Fähigkeiten wie Moderation und Empathie entscheidend, da sowohl Projektleiter:innen als auch Softwarearchitekt:innen und -entwickler:innen stets mit anderen Abteilungen verbunden sind und effektiv kommunizieren müssen. In drei Teilen möchten wir Ihnen wichtige Soft Skills an die Hand geben, damit Sie Ihr Kommunikations- und Konfliktmanagement auf ein neues Level bringen! Im ersten Teil geht es um Best Practices in der Kommunikation und Gesprächsführung. Dabei ist es egal, ob sie Java-Entwickler:in, Scrum Master, Manager oder Product Owner (alle Geschlechter) sind: gerade im Hinblick auf agile Vorgehensweisen in der IT ist heute jedes Teammitglied kommunikativ gefordert.

„Ein Redner kann sehr gut informiert sein, aber wenn er sich nicht genau überlegt hat, was er heute diesem Publikum mitteilen will, dann sollte er darauf verzichten, die wertvolle Zeit anderer Leute in Anspruch zu nehmen.“

(Lee Iacocca *1924).

Kommunikationsfähigkeit: nonverbal und verbal

Die Wirkung der Mimik, Gestik und Körpersprache wird oftmals unterschätzt, obwohl nonverbale Kommunikation mit über 90 % ein wesentlicher, erfolgsabhängiger Bestandteil unseres täglichen Lebens ist. Glaubwürdigkeit entsteht dadurch, dass die verbale und nonverbale Kommunikation miteinander übereinstimmen.

In Bezug auf die Gestik und die dazugehörige Körpersprache ist bei Meetings von mehreren Personen im Projekt darauf zu achten, dass die Positionierung der Teilnehmer:innen auf gleicher Augenhöhe stattfindet. Dadurch wird unnötiges Konfliktpotenzial, das sich aufgrund der ungleichberechtigten Positionierung der Gesprächspartner:innen ergibt, verhindert. Es sollte darauf geachtet werden, den persönlichen Raum aller Person nicht zu verletzen. Wenn Sie mit allen Gesprächspartner:innen an einem Tisch sitzen, achten Sie drauf, dass die relevanten Dokumente in der Mitte liegen. Noch besser ist es, Besprechungen vor einem Whiteboard durchzuführen, da hierdurch die gleiche Augenhöhe garantiert wird. Bei elektronischen Dokumenten sind Beamer und Flipchart als Präsentationsmedien zu bevorzugen.

Gruppengespräche

In der Gruppe zu sprechen, bedeutet auch, die Gruppe in Ihrer Gesamtheit zu integrieren. Wenn Ihnen eine Frage eines Gruppenmitglieds gestellt wurde, antworten Sie bitte immer in die Gruppe hinein. Führen Sie keine Einzelgespräche mit Gruppenmitgliedern. Gruppengespräche zeichnen sich durch Teamfähigkeit aus und das bedeutet konstruktiv zusammenarbeiten, Ideen durchsprechen und Meinungen diskutieren! Neben der Arbeitskoordination können in Gruppensitzungen anstehende Probleme gemeinsam gelöst und allgemein relevante Informationen ausgetauscht werden.

Einzelgespräche

Bei Einzelgesprächen ist es besonders wichtig, die Person direkt gegenüber anzusehen. Bei einer Frage direkten Blickkontakt zu suchen und die Körpersprache seines Gesprächspartners zu beobachten. Die Körpersprache sollte auch vor, während und nach der Antwort intensiv beobachtet werden, denn der Köper lügt nie.

Ein paar Hinweise, wie ein Gespräch gut gelingt:

  • Bereiten Sie sich auf die Inhalts- und Beziehungsebene des Gesprächs gut vor.
  • Behalten Sie das Gesprächsziel immer im Blick.
  • Bringen Sie immer Ihre Wertschätzung zum Ausdruck.
  • Bemühen Sie sich, ihre Gesprächspartner:innen zu verstehen und selbst verstanden zu werden

Stellen Sie Fragen, die das Gespräch vertiefen:

  • Wie kann ich das verstehen?
  • Was kann ich mir konkret darunter vorstellen?
  • Warum ist das so?
  • Klären Sie sofort Unklarheiten.
  • Benutzen Sie eine klare und anschauliche Sprache mit Beispielen.
  • Lassen Sie sich nicht unterbrechen, aber unterbrechen Sie einseitige Monologe.
  • Fassen Sie sich kurz!

Aktives Zuhören

Das aktive Zuhören ist eine zentrale Gesprächsführungstechnik, um von der Empfängerseite aus das Gespräch zu verbessern. Aktives Zuhören ist ein Basic für alle Softwarearchitekt:innen. Es hilft, Vertrauen aufzubauen, Missverständnisse zu vermeiden und durch non-direktives Feedback zu lernen. Aktives Zuhören zeichnet sich durch die offene und empathische Grundeinstellung, das authentische und gleichbleibende Auftreten und durch die positive Bewertung des Gesprächspartners oder der Gesprächspartnerin aus. Dabei wird nach Carl R. Rogers das Verstehen des Sprechers unterstützt durch:

  • Auf das Gegenüber einlassen, konzentrieren und dies durch die eigene Körperhaltung ausdrücken
  • Mit der eigenen Meinung zurückhaltend umgehen
  • Nachfragen bei Unklarheiten
  • Zuhören heißt nicht gutheißen
  • Pausen sind auszuhalten, sie können ein Zeichen sein für Unklarheiten, Angst oder Ratlosigkeit
  • Auf die eigenen Gefühle achten
  • Die Gefühle des Gegenübers erkennen und ansprechen
  • Bestätigende kurze Äußerungen
  • Geduld haben und den Gesprächspartner nicht unterbrechen, sondern ausreden lassen
  • Blickkontakt halten
  • Sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus der Ruhe bringen lassen
  • Empathie ausüben und sich innerlich in die Situation des Sprechers versetzen

Erfolgsrezepte für Ihr nächstes Gespräch

Daraus lassen sich eine ganze Reihe von Best Practices für Ihr nächstes Gespräch ableiten:

  • Paraphrasieren Sie die Aussage, also wiederholen diese mit Ihren eigenen Worten
  • Sprechen Sie direkt die Gefühle des Gegenübers an, indem Sie diese und somit auch ihn/sie widerspiegeln
  • Stellen Sie mehrfach Fragen zu den Inhalten
  • Ist Ihnen etwas unklar, bitte sofort nachfragen, um sich zu vergewissern
  • Im Anschluss zum Fortfahren animieren
  • Wägen Sie Inhalte für sich ab

Was ist Ihre Meinung?

Welche weiteren Praxis-Tipps haben Sie zum Thema Kommunikation und Gesprächsführung? Welches Thema darf auf keinen Fall in unserer Soft Skills Reihe fehlen? Schreiben Sie es gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch!

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Im zweiten Teil unserer Soft Skills Reihe geht es um Feedback und das richtige Konfliktmanagement.